Mittwoch, 11. März 2015

Veganes Pad Thai mit würzigen Austernpilzen

Die thailändische Küche ist mittlerweile auch in unseren Breitengraden sehr beliebt. Vom Papayasalat bis zum roten Curry –  alles im Imbiss um die Ecke zu finden ;) Na ja, nicht ganz, aber als kulinarischer Kenner kann man sich mit diesen Gerichten leider wirklich nicht mehr hervortun :D Deswegen ist auch hier Innovation gefragt! So habe ich mir heute also das klassische süsssäuerliche Reisnudelgericht Pad Thai ausgesucht und es (statt mit Ei) mit scharf angebratenen Austernpilzen verfeinert. Die raffinierte Tamarindesauce lässt einem im letzten Urlaub schwelgen und macht nun wirklich Appetit auf mehr. Zum Glück ist das kein Problem, wenn man den Wok und die Nudelboxen gleich in der eigenen Küche hat :D


Rezept ergibt vier Portionen

Für das Pad Thai
250 g Reisbandnudeln
2 Karotten (ca. 250 g)
½ Broccoli (ca. 200 g)
2 Frühlingszwiebeln
1 kleiner Chinakohl (ca. 200 g)
2 EL Tamarindenpaste
4 EL Vollrohrzucker
7 EL Sojasauce
etwas Wasser
1 EL Rapsöl

r die Austernpilze
200 g Austernpilze
½ EL Sesamöl
3 EL Sojasauce

Ausserdem:
4 EL geröstete Erdnüsse (gehackt)
1 Limette
Sojasauce
Vollrohrzucker
Chiliflocken

 
Einen grossen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Dann vom Herd nehmen und die Reisbandnudeln darin 8 – 10 Minuten ziehen lassen, bis sie fast weich sind.

Jetzt die Karotten schälen und in feine Stifte schneiden. Den Broccoli waschen und in kleine Röschen teilen. De Frühlingszwiebeln und den Chinakohl waschen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

In einem Wok das Rapsöl erhitzen und den Broccoli und die Karotten darin scharf anbraten. Jetzt die abgetropften Nudeln gemeinsam mit der Tamarindenpaste, dem Vollrohrzucker und der Sojasauce zugeben. Die Nudeln mit dem Gemüse braten, bis sie schön glasiert sind und vollständig weich sind (ca. 5 Minuten). Wenn nötig noch etwas Wasser zugeben. Das Pad Thai vom Herd nehmen und die Frühlingszwiebel- und Chinakohlstreifen untermischen.
 

Jetzt die Austernpilze waschen und bei den grösseren die Stiele etwas kürzen. Das Sesamöl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Die Pilze im Öl braten, bis sie goldbraun sind, dann mit der Sojasauce ablöschen und vom Herd nehmen.

 
Das Pad Thai gemeinsam mit den Austernpilzen auf grossen Tellern verteilen und mit den gehackten Erdnüssen garnieren. Den Zucker, die Limetten, die Sojasauce und die Chiliflocken auf den Tisch stellen, damit jeder sein Pad Thai nach Belieben verfeinern kann.




Guten Appetit allerseits und hey, vergesst die Stäbchen nicht!
 

 
Alles Liebe Ida
 
 
 

Montag, 9. März 2015

Fruchtiger Chicoreé-Kiwi-Salat an einem spritzigen Granatapfel-Ahorn-Dressing

Ja, ich weiss, Chicorée eilt seinem Ruf voraus und ist allgemein eher etwas unbeliebt. Aber heute wollen wir unsere Vorurteile mal abschütteln, bevor wir zum Schneidebrett greifen ;) Die Bitterstoffe im Chicorée sind nämlich sehr gesund. Und glaubt mir, die Kombination mit der Kiwi sorgt schon für eine Überraschungsparty im Mund, aber sobald der Chicorée von diesem unglaublichen Granatapfel-Ahorn-Dressing geküsst wird, ist Silvester auf Eurer Zunge angesagt! Die harmonisch-ausgewogene Sauce kitzelt das Allerbeste aus dem Salat heraus und macht ihn zu einem neuen Liebling auf dem Teller! Für mein Gefühl hat der Chicorée sich in eine Art Wassermelone verwandelt. Keine Ahnung, wie das gehen soll, aber vielleicht hab ich ja eine Art kulinarische „Aladdins Wunderlampe“ geschaffen ;P Also lasst mich wissen, was bei Euch rausgekommen ist!


Rezept für zwei bis vier Personen

Für den Salat
2 Chicorées (ca. 300 g)
3 Kiwis

Für das Dressing
½ Granatapfel
2 EL Ahornsirup (oder Agavennektar um es ganz roh zu halten)
1 ½ EL Avocadoöl
3 – 4 EL Wasser
Salz



Für den Salat die Chicorées waschen, den Wurzelansatz entfernen, halbieren und dann in Spalten schneiden. Die Spalten jetzt etwas auseinanderziehen, dass es einige einzelne Blätter gibt, diese in eine grosse Schüssel geben. Die Kiwis schälen, halbieren und ebenfalls in Spalten schneiden. Die Kiwispalten unter den Chicorée mischen.

Für das Dressing, Ahornsirup, Avocadoöl und Wasser in einem hohen Behälter mischen, bis eine homogene Sauce entstanden ist. Die Granatapfelkerne aus der Schale klopfen und zum Dressing geben.

Das Dressing über den Salat giessen, vermischen und den Salat mit Salz abschmecken.


Geniesst die Erfrischung und habt einen sonnigen Start in die Woche


Alles Liebe Ida

Sonntag, 8. März 2015

Kokos-Kiwano-Torte mit Mangorose

Ihr kennt doch bestimmt alle diese Werbung von Raffaello, mit dem weissen Sandstrand und den Palmen und dem türkisblauen Ozean… ;) Diese Bilder sind mir schon lange im Kopf umhergegeistert. Doch heute habe ich endlich verstanden, was sie mir sagen wollen und war in der Lage, die Inspiration in die Tat umzusetzen: Und zwar in Form einer Torte! Mit tropischer Mango und Kiwano verfeinert, hab ich diesen grazilen Meereshauch auf den Tisch gebracht und damit der ganzen Familie ein Strahlen ins Gesicht gezaubert. So mach ich die Zeit, die ich in meinen Blog statt in sie investiere direkt wieder wett. Also der Geheimtipp, für alle, die irgendetwas wiedergutzumachen haben ;P


Rezept für eine Torte (26 cm Ø)
 
Für den Biskuit
240 g Mehl
160 g Kokosrapseln
200 g Zucker
1 Pck. Backpulver
½ TL Natron
270 ml Wasser
90 ml Rapsöl
1 EL Weissweinessig (vegan)
 
Für die Füllung
500 ml aufschlagbare Pflanzensahne (gekühlt)
2 Pck. Sahnesteif
3 Esslöffel Puderzucker (oder nach Geschmack)
2 reife Mangos
1 Kiwano (alternativ 2 Passionsfrüchte)


Den Ofen auf 180° vorheizen.

Das Mehl mit den Kokosraspeln, dem Zucker, Backpulver und Natron in einer grossen Schüssel mischen. Nun das Wasser, Rapsöl und den Weissweinessig untermengen und zu einem klümpchenfreien Teig rühren.

Eine Springform mit Backpapier auslegen und den Rand mit Rapsöl leicht einfetten. Den Kuchenteig in die vorbereitete Springform füllen. Den Kuchen im vorgeheizten Ofen ca. 45 – 50 Minuten backen. Mit einem Zahnstocher überprüfen, ob er schon gar ist. Den fertigen Kuchen aus der Form lösen, vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen. Danach den Biskuit mit einem scharfen Messer waagrecht halbieren. Falls der Biskuit eine Kuppel hat, diese ganz dünn abschneiden. Den ersten Biskuitboden auf einen grossen Kuchenteller heben, die Schnittfläche sollte dabei oben sein.

Nun die Pflanzensahne mit dem Sahnesteif (am besten portionsweise) steif schlagen. Den Puderzucker unter die steife Sahne mischen.

Jetzt die Kiwano halbieren und mit einem Löffel das Fruchtfleisch auslöffeln. Die Hälfte der Kiwanokerne/Fruchtfleisch auf dem Biskuitboden verteilen.

Darauf kommt nun die erste Hälfte der steif geschlagenen Sahne. Nun die restlichen Kiwanokerne auf der Sahne verteilen. Die halbfertige Torte für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, so dass die Sahne fester wird.
 
 
Inzwischen die Mangos schälen und das Fruchtfleisch entlang der Kerne abschneiden. Die grossen Mangostücke in feine Scheiben schneiden.

Jetzt wird der zweite Biskuit dekoriert. Hierfür die Hälfte der übrigen geschlagenen Sahne (also ein Viertel der ganzen Sahne) dünn auf dem Biskuit ausstreichen. Nun die Mangoscheiben (Blütenblätter) auf dem Biskuit fächerartig zu einer Rose auslegen. Von aussen nach innen beginnen; zuerst die äusseren Blütenblätter auslegen und dann immer so weiterfahren bis zur Mitte.
 
 
Die übrigen Mangostücke in kleine Stücke schneiden.

Jetzt den ersten Tortenboden (mit der Sahne und Kiwano) aus dem Kühlschrank nehmen und darauf die Mangostücke verteilen. Das Ganze mit der restlichen Sahne bestreichen.

 
Nun die Torte zusammensetzen. D.h. den zweiten Tortenboden (mit der Mangorose) vorsichtig auf den ersten setzen. Am besten mit einem Tortenheber und den ganzen Handflächen den Biskuit heben. Wer sich dabei unsicher ist, jemanden zur Hilfe holen oder die Mangorose erst danach auf der Torte auslegen.
 
 
Die Torte entweder sofort geniessen oder noch etwas kühlen.
 
Durch den hohen Kokosanteil im Teig wird dieser Biskuit etwas trockener als herkömmlicher Biskuit , wer dies nicht mag einfach einen Teil Kokosraspeln durch Mehl ersetzten, dann ggf. die Wassermenge anpassen.

Angenehme Reise in die Karibik ;)!


Alles Liebe Ida

Freitag, 6. März 2015

Leichte Blumenkohlpops mit selbstgemachter Cocktailsauce - vegan und glutenfrei


Findet Ihr nicht auch, wenn die Sonne scheint, erstrahlt alles in neuen Farben? Ich war heute so begeistert von der regenbogenartigen Vielfalt vor meinem Fenster, dass ich mich kaum losreissen konnte! Musste ich aber, denn ich hatte diese tollen frühlingsbegrüssenden Häppchen zuzubereiten :D! Sie eignen sich perfekt, wenn man die Frühlingspracht mal in Gesellschaft bewundern möchte und etwas zum Knabbern dazu braucht (sozusagen das Popcorn für den Balkonfilm ;)) Die Cocktailsauce setzt den reizenden Blumenkohlknusperchen mit ihrer unschlagbaren Cremigkeit und ihren natürlich gesunden Zutaten noch die Krone auf! Also worauf wartet ihr noch, lasst den Film starten ;)


Rezept ergibt ca. 20 Blumenkohlpops

Für die Blumenkohlpops
1 Blumenkohl (ca. 650 g)
1 Frühlingszwiebel
1 Karotte (ca. 150 g)
100 g Goldhirse
2 TL Minze (getrocknet)
1 TL Chiliflocken (oder nach Geschmack)
Salz
Olivenöl
 
Für die Cocktailsauce
1 Zucchetti (ca. 175 g)
50 g Cashewnüsse
1 Spritzer Zitronensaft
Salz
3 – 4 EL Ketchup (z.B Apfelketchup)



Den Blumenkohl waschen, die grünen Blätter entfernen und den Kohl in Röschen teilen. Die Blumenkohlröschen in einer grossen Pfanne mit Dampfaufsatz garen, bis sie weich sind (ca. 30 Minuten).

Währenddessen die Frühlingszwiebel fein hacken und die Karotte schälen und grob raspeln.

Die Hirse im Mixer mahlen, bis die Körner wie grobköringes Polenta aussehen.

Die Blumenkohlröschen in eine grosse Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Danach die gehackte Frühlingszwiebel und die Karottenraspeln, sowie drei Esslöffel der gemahlenen Hirse,  Chiliflocken und getrocknete Minze untermischen. Das Ganze mit Salz abschmecken.

Die restliche Hirse auf einen grossen Teller geben.

Mit den Händen aus der Blumenkohlmasse kleine Pops formen und diese in der Hirse wälzen. Die fertigen Blumenkohlpops in etwas Olivenöl in einer beschichteten Bratpfanne knusprig braten. Auf jeder Seite ca. 5 Minuten.
 
 
Für die Cocktailsauce die Zucchetti schälen, in Stücke schneiden und im Mixer gemeinsam mit den Cashewnüssen, dem Zitronensaft und etwas Salz pürieren bis eine glatte Mayonnaise entstanden ist.

Die Mayonnaise in eine kleine Schüssel füllen und mit dem Ketchup mischen. Die Cocktailsauce ggf. mit etwas Salz und Zitronensaft abschmecken.
 
 
Die Blumenkohlpops auf einen Partyteller legen und in die Cocktailsauce dippen.
 
 
Übrigens gibt's bei diesem Blockbuster auch keine Werbepause :D
Alles Liebe Ida

Donnerstag, 5. März 2015

Safranrisotto mit Thymian-Artischocken

Endlich kommt langsam das Frühlingsgemüse auf den Markt und bringt sonnigen Schwung in die Küche. Den Anfang machen bei mir junge Artischocken, die ich mir heute Morgen gleich schnappen musste, um damit einen italienischen Klassiker zu verfeinern: „Risotto alla milanese“ oder auf Deutsch Safranrisotto. In ein „richtiges“ Risotto gehört eigentlich viel Butter, Weisswein und geriebener Parmesan. Den Weisswein nehmen wir auch, doch Butter und Käse sind, wie ich finde, völlig überflüssig. Denn das Wunderbare am Frühling ist doch, dass man durch die langsam aufkommenden Sonnenstrahlen eine Leichtigkeit im Leben verspürt. Und so sollte auch das Essen sein; leicht, anmutig und so frisch wie der Frühling. Ihr seht also, schwerfällige Butter und stopfender Parmesan haben hier nichts zu suchen. Auch an Geschmack mangelt’s dem Risotto ohne diese beiden Zutaten nicht; der Wein sorgt alleine schon dafür, dass das Risotto schön cremig ist und einen leicht käsigen Geschmack hat. Und natürlich braucht auch der Safran Platz um seinen Geschmack richtig entfalten zu können! Doch der heimliche Star des Risottos sind die mit Thymian gewürzten Artischocken, die dem Gericht Biss und zusätzliche Frische verleihen.





Rezept für zwei Personen

Für das Risotto
200 g Risottoreis (z.B. Carnaroli)
1 grosse weisse Zwiebel
1 TL Olivenöl
170 ml Weisswein (vegan)
600 ml kräftige Gemüsebrühe
1 Safranbriefchen
 
Für die Artischocken
3 junge frische Artischocken
2 TL Olivenöl
3 Thymianzweige
Salz und Pfeffer


Ausserdem: 
Zitronensaft
Olivenöl

Für das Risotto die Zwiebel schälen und fein hacken. Das Olivenöl in einem hohen Topf erhitzen und die geschnittene Zwiebel darin glasig braten. Danach den Reis zugeben und unter Rühre eine Minute mitbraten, so dass er ebenfalls eine glasige Farbe bekommt. Den Reis mit dem Weissweinessig ablöschen und auf kleiner Stufe köcheln lassen, bis der Wein fast vollständig verdampft ist. Nun einen Schuss Brühe zugeben und weiter köcheln lassen. Sobald fast keine Flüssigkeit mehr im Topf zu sehen ist, wieder einen Schuss Brühe zugeben. Dazwischen immer mal wieder mit einer Holzkelle umrühren. So weiter fahren, bis die Brühe aufgebraucht ist und der Reis gar ist. Das heisst das Risotto sollte schön cremig sein und der Reis, weich und nur noch einen leichten Biss (al dente) haben. Mit dem letzten Schuss Brühe den Safran ebenfalls zum Risotto geben und gut untermischen.
Während das Risotto vor sich hin köchelt, die Artischocken zubereiten. Hierfür zuerst eine Schüssel mit kaltem Wasser und einigen Spritzern Zitronensaft bereitstellen. Mit einem scharfen Messer das obere Drittel, sowie die äusseren härteren Blätter der Artischocken abschneiden. Den Stängel der Artischocke bis auf ca. 3 cm ebenfalls weg schneiden. Jetzt die Artischocke halbieren und mit einem Löffel das Heu und die strohigen Blätter herauskratzen. Danach den Artischockenstängel mit dem Messer schälen. Die so präparierten Artischocken in Spalten schneiden und gleich ins Zitronenwasser geben. Dies verhindert das Oxidieren der Artischocken.

Jetzt in einer beschichteten Bratpfanne das Olivenöl erhitzen. Die Artischockenspalten abtropfen und dann ins heisse Öl geben. Die Thymianzweige zugeben und das Gemüse ca. 5 Minuten scharf anbraten. Die fertigen Artischocken mit Salz und Pfeffer würzen.


 
Das Risotto mit den gebratenen Artischocken in tiefen Tellern anrichten und mit einigen Tropfen Olivenöl beträufeln.



Wusstet Ihr, dass Artischocken Blumen sind? Man kann also wirklich sagen, dass hier Frühling auf dem Teller liegt!


Alles Liebe Ida

Mittwoch, 4. März 2015

Traumhafter Dattel-Tahin-Kuchen mit Walnüssen, Granatapfelkernen und Dattelkaramell

Heute mal ein fun fact aus meiner persönliche kulinarischen Kuchenkarriere :D Das war das nämlich so: Meine Eltern sind gelinde gesagt nicht gerade die begeistertsten Hobbybäcker. Und das waren sie auch nicht, als ich noch klein war. Mein Kuchenhorizont erschöpfte sich damals also in Grossmutters Schoggicake. Von Betty Bossi :D Dann an einem dieser glorreichen Tage, vielleicht in der 3.  Klasse, beschlossen meine Freundin und ich, uns selber einen Kuchen zu backen. Ganz allein! Manche hielten uns für frühreif und grössenwahnsinnig, aber wir beide gingen ohne zu zögern schnurstracks in den Supermarkt und kauften uns eine halbfertige Backmischung. Gott, waren wir cool. Der Tiroler Cake, der sich einen Küchentornado später auf unsere Zungen legte, war für mich eine Offenbarung. Dass ich den geschmacklosen Brocken von Betty Bossi überhaupt einmal angerührt hatte, erschien mir unvorstellbar. Ein paar Wochen später kam mir die Idee, zusätzliche Schoggistängeli in die Teigmischung zu geben, damit der Kuchen noch schokoladiger werden würde. Gesagt, getan -  und ich schwebte im siebten Kuchenhimmel. Mit diesem Standardkuchenrezept, das ich dann regelmässig an allen Geburtstagen, Pausenverkäufen und Familienfesten zubereitete, war ich seltsamerweise jahrelang zufrieden (während ich gleichzeitig Variationen von salzigen Gerichten aus aller Welt ausprobierte!). Als ich vegan wurde, mischte ich den Teig für den Tiroler Cake einfach selber, nahm Sojamilch, Margarine und schwarze Schokolade und liess die Eier weg. Aber im Grunde war es immer noch der Kuchen aus meiner Kindheit :D Der Wandel in meinem gedanklichen Kuchenlabor fing erst vor ungefähr zwei Jahren an. Da begann ich plötzlich meine Begeisterung vom salzigen Kochen auf das süsse Backen zu übertragen. Ich wagte mich sogar endlich an Torten. Und glaubt mir, es hat sich angefühlt wie eine Befreiung! Wie wenn man einfach mit allen Farben in einem weissen Raum herumspritzt und daraus ein Kunstwerk entsteht. Wild baking sozusagen :D Ich hatte jede Woche einen neuen Lieblingskuchen. Schokoladen-Kokos-Karamell-Zitronen-Mohn-Blaubeer-Sahne-Apfel-Mandel-Aprikosen-Mandel… Und sie wurden wirklich immer besser, geschmacklich aber auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten! Doch heute, meine Lieben, habe ich vielleicht die Krone der Kuchenschöpfung erreicht. Mein Gugelhupf aus Tahin, Walnüssen, Buchweizen- und Hafermehl, Dattelkaramell und Granatapfelkernen – er schmeckt wie ein arabisches Wiegelied. Liebkost die Seele und macht ehrlich glücklich. So sehr, dass sogar mir die Worte fehlen.


Rezept ergibt ein Gugelhupf
 
Für den Kuchen
125 g Hirse
125 g Haferflocken
150 g Medjooldatteln (entkernt)
100 g Tahin
300 ml Mandemilch (oder andere Pflanzenmilch)
2 Birnen (mittelgross)
100 g Baumnüsse
2 TL Backpulver
½ TL Natron
1 EL Weissweinessig (vegan)
5 Medjooldatteln (entsteint)

Für das Dattel-Tahin-Karamell
8 EL Dattelmelasse (alternativ: 8 EL pürierte Datteln und etwas mehr Wasser)
6 EL Tahin
6 EL Wasser

Ausserdem:
neutrales Öl, um den Kuchen einzufetten
½ Granatapfel


Den Ofen auf 180° vorheizen.

Dann die Hirse und Haferflocken nacheinander im Mixer zu feinem Mehl mahlen. Die beiden Mehlsorten in einer grossen Schüssel mit dem Backpulver und Natron mischen. Die Baumnüsse und die 5 Datteln fein hacken und zur Mehlmischung geben. Danach die Birnen waschen und mit der Röstireibe direkt zum Mehl reiben.

Nun die 150 g Datteln (entkernt) mit dem Tahin und der Mandelmilch pürieren, bis eine glatte Sauce entstanden ist. Die Dattel-Tahin-Mandelmilch-Mischung gemeinsam mit dem Weissweinessig unter das Mehl mischen.

Eine Gugelhupfform einfetten (z.B. mit Kokos- oder Rapsöl), danach den Kuchenteig einfüllen. Den Kuchen im vorgeheizten Ofen ca. 45 Minuten backen. Mit einem Zahnstocher überprüfen, ob der Kuchen fertig ist.

 
Währenddessen die Dattelmelasse mit dem Tahin und dem Wasser aufkochen. Falls das Karamell zu dick geworden ist, etwas mehr Wasser zugeben. Das fertige Karamell vom Herd nehmen.


Danach die Kerne aus dem halben Granatapfel klopfen oder pulen und in eine kleine Schüssel füllen.

Den fertigen Kuchen etwas auskühlen lassen, bevor er aus der Form auf einen Teller gestürzt wird. Dann das Karamell über den Kuchen giessen und alles mit den Granatapfelkernen garnieren.

 
Also weniger schreiben, weniger lesen, mehr backen und vor allem mehr geniessen ;)



P.S. habt Ihr gesehen, dass Ihr weiter unten das Rezept "Print friendly" haben und somit ab jetzt alles ausdrucken könnt? :)

Alles Liebe Ida

Sonntag, 1. März 2015

Baked Sweet Potatoes auf Avocadocarpaccio und mit scharfem Bohnenchili gefüllt

Ich hab Euch ja schon einiges über die kulinarische Weltanschauung von Klein-Ida erzählt, wie z.B. über ihre Vorliebe für Croissants :D. Aber etwas hab ich in meinen jungen Jahren überhaupt nicht gemocht: Hülsenfrüchte. Schwer vorzustellen, nicht wahr? Vielleicht fasziniert mich dieses enorm vielfältige und wandelbare Grundprodukt deshalb jetzt umso mehr. Die unzähligen verschiedenen Sorten, von denen jede ihren ganz eigenen Geschmack besitzt, begeistern mich einfach! Von Belugalinsen über schwarze Kichererbsen bis hin zu Favabohnen und Gelberbsen... Willkommen in der Welt der Hülsenfrüchte ;)
Heute hab ich mich für ein Duett aus Adzukibohnen und weissen Bohnen entschieden. Bohnen werden auch in Mexiko häufig gegessen und genau daher hab ich auch meine Inspiration für das heutige Gericht geholt. Die Mexikaner essen bekanntlich gerne scharf und zu ihren Lieblingszutaten gehören unter anderem Süsskartoffeln und Avocados, die bei ihnen ganz einfach im Garten gedeihen (man, wie gerne würde ich mal einfach flott eine Avocado ernten gehen :D). Alles in allem entstand schliesslich diese Komposition: Scharfes Chili mit Bohnen, Mais, Mangold und Pilzen serviert in einer gebackener Süsskartoffel und getoppt mit einem Avocado-Carpaccio.


Rezept für vier Personen

Für das Bohnenchili
100 g kleine weisse Bohnen (getrocknet)
100 g Adzukibohnen (getrocknet)
1 grosse Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Olivenöl
600 g Tomatenpelati
400 ml Wasser
2 ½ TL Kreuzkümmel (gemahlen)
2 ½ TL geröstetes Paprikapulver
2 ½ TL Paprika Rosenscharf
15 Koriandersamen (etwas zerstossen)
¼ - ½ TL Piment
350 g Mangold
200 g Champignons
200 g Mais (aus der Dose)
1 EL Agavendicksaft
2 EL Zitronensaft
Salz und Chiliflocken

Für das Avocadocarpaccio
1 Avocado
2 EL Zitronensaft
1 EL Olivenöl
Meersalz
Ausserdem:
4 Süsskartoffeln
1 Avocado
Grün einer Frühlingszwiebel
2 kleine rote Chilischoten
Olivenöl

Die getrockneten Bohnen gemeinsam in einer grossen mit Wasser gefüllten Schüssel über Nacht quellen lassen. Am nächsten Tag das Wasser wegschütten und die Bohnen in frischem Wasser (ohne Salz) ca. 45 Minuten weich kochen. Die Bohnen sollten nur noch einen leichten Biss haben.
 
Währenddessen die Süsskartoffeln gründlich waschen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Die Süsskartoffeln im Ofen bei 220° backen, bis sie weich sind. Die Zeit variiert je nach Grösse der Süsskartoffeln. Bei mir hat es 50 Minuten gedauert. Mit einem Zahnstocher einstechen um zu überprüfen, ob die Süsskartoffeln weich sind.


Jetzt die Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und fein hacken.
Die weichen Bohnen abschütten und im selben Topf das Olivenöl erhitzen. Dann die gehackte Zwiebel und Knoblauchzehen im Olivenöl glasig braten. Nun die abgetropften Bohnen wieder zugeben und kurz mitrösten. Die Tomatenpelati etwas zerkleinern und dann gemeinsam mit dem Wasser zu den Bohnen schütten. Das Bohnenchili mit den Gewürzen und dem Salz abschmecken und ca. 15 Minuten (ohne Deckel) köcheln lassen, so dass das Wasser etwas einreduziert.
Inzwischen den Mangold und die Pilze waschen. Die weissen Stiele der Mangold in feine und die Blätter in grosse Stücke schneiden. Die Pilze je nach Grösse vierteln oder achteln.
 
Sobald das Chili eingedickt ist, die Pilze, die Mangoldstiele und die Maiskörner zugeben und nochmals 5 – 10 Minuten köcheln lassen. In der letzten Minute die Mangoldblätter unterrühren und danach das Bohnenchili vom Herd nehmen. Das Chili mit dem Agavendicksaft, Zitronensaft, Salz und Chiliflocken abschmecken.


Für das Avocadocarpaccio die Avocado halbieren, schälen und den Kern entfernen. Die Avocadohälften in ganz dünne Scheiben schneiden und gleichmässig auf vier Tellern verteilen. Schnell den Zitronensaft und das Olivenöl über das Carpaccio träufeln und mit grobem Meersalz würzen.
 
Die zweite Avocado ebenfalls halbieren, schälen und vom Kern befreien. Die Avocadohälften in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel füllen. Jetzt das Frühlingszwiebelgrün und die Chilischoten in feine Streifen schneiden und ebenfalls in kleine Schüsseln füllen.

Die fertigen Süssartoffeln aus dem Ofen nehmen, auf dem Avocadocarpaccio platzieren und in der Mitte einschneiden. Nun das Bohnenchili in die Öffnung der Süsskartoffeln füllen. Die gefüllten Süsskartoffeln können am Tisch beliebig mit Avocadowürfeln, Chilischoten, Frühlingszwiebel und Olivenöl verfeinert werden.
 

 
Die Kombination dieses feurigen Eintopfs, der lieblich süssen Süsskartoffel und der erfrischenden Avocadoscheiben ist eine einzige Geschmacksexplosion, die Ihr unbedingt probiert haben müsst! :)

Alles Liebe Ida

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