Sonntag, 22. April 2018

Knusprige Polentasticks mit sauerscharfem Ofengemüse und dreierlei Dip - Erbsen-Minz, Kiwi-Tomate und Orange-Tahini

Gestern waren meine zwei Schwestern und ich den ganzen Tag auf Achse. Das Projekt hiess: Grundsanierung des Balkons und dafür benötigten wir nebst Kleinigkeiten wie Blumen, Kräutern und Lämpchen, einen neuen Tisch und ein paar passende Stühle. Also rannten wir von Möbelhaus zu Möbelhaus, um dann weiter in die Gartengeschäfte zu gehen, bis wir schliesslich unsere Objekte der Begierde hatten. Vollbepackt und glücklich bauten wir zu Hause direkt Tisch und Stühle zusammen und genehmigten uns einen Drink, bevor wir uns ans Pflanzen machten. Doch dann überkam uns plötzlich ein unbändiger Hunger, und ich handelte mit Lila und Diana den super Deal ein, etwas Schnelles in der Küche zu zaubern, während sie sich ums Sähen und Bepflanzen kümmerten. Wie Ihr mich kennt, mache ich das sowieso am liebsten, also ging es ruckzuck, und ich hatte die perfekte Idee für ein sättigendes Essen, das wir als gesundes Finger Food geniessen konnten. Als Highlight gab es knusprige Polentasticks, die ich unter anderem mit getrockneten Tomaten und Oliven verfeinerte. Dazu machte ich Ofengemüse, das ich mit Kreuzkümmel und Sumach, ein zitroniges Gewürz, das aus den Früchten des Essigbaumes gewonnen und vor allem in der mediterranen und orientalischen Küche oft verwendet wird, gewürzt habe. Zu Finger Food dürfen meiner Meinung nach auf keinen Fall Dips fehlen; bei mir kamen sie in Form von Erbsen – Minze, Kiwi – Tomate, und Orangen – Tahini daher.  


Lila und Diana waren begeistert und so konnten wir nach der Stärkung fleissig weiterarbeiten und liessen den Abend in unserer neuen Oase ausklingen.

Jetzt hoffen wir nur, dass wir unseren grünen Daumen beweisen und bald unsere eigenen Gurken, Tomätchen und Chilis ernten und uns lange an den tollen Blumen erfreuen können.

Rezept für vier Personen

Für das Ofengemüse
350 g Karotten
200 g Broccoli
200 g Pastinaken
350 g Süsskartoffeln
1 Paprika ca. 200 g
300 g Rotkohl
1 TL Sumach
1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
1 TL Paprikapulver (scharf)
1 ½ TL Salz
2 EL Olivenöl

Für die Polentasticks
1 Zwiebel
1 Paprika ca. 200 g
100 g Champignons
50 g getrocknete Tomaten
50 g grüne Oliven (entsteint)
½ TL getrockneter Oregano
10 Basilikumblätter
Olivenöl zum Braten
Salz und getrocknete Chiliflocken
200 g mittelfeine Polenta
400 ml Wasser

Für den Erbsen-Minz-Dip
150 g Erbsen (gefroren)
1 Zwiebel
Saft einer halben Zitrone
1 TL Minze (getrocknet)
Salz
Olivenöl zum Braten

Für den Kiwi-Tomaten-Dip
150 g Cocktailtomaten
1 Kiwi
1 kleine Frühlingszwiebel
1 EL Granatapfelsirup
Salz und Chiliflocken (optional)

Für den Orangen-Tahini-Dip
1 Orange
2 EL Tahin
3 EL Wasser
½ Chili oder nach Geschmack

Den Ofen auf 200° vorheizen.

Die Süsskartoffeln, Karotten und Pastinaken schälen und in gleichmässige Stifte schneiden. Die Paprika waschen, vom Kerngehäuse befreien und in eher breitere Streifen schneiden. Den Broccoli waschen, in die einzelnen Röschen teilen und die grösseren nochmals halbieren. Den Rotkohl waschen und mit dem Strunk in Spalten schneiden. Das gerüstete Gemüse in eine grosse Schüssel geben und mit dem Olivenöl, Sumach, Kreuzkümmel, Paprikapulver und dem Salz vermengen. Das marinierte Gemüse auf zwei mit Backpapier belegte Bleche locker verteilen. Beide Bleche in den vorgeheizten Ofen schieben. Nach 20 Minuten alles umrühren und nochmals in den Ofen geben.

Nun die Temperatur des Ofens auf 220° erhöhen und das Gemüse während ungefähr weiteren 30 Minuten knusprig backen.
 

Inzwischen für die Polentasticks die Paprika waschen, vom Kerngehäuse befreien und in kleine Würfel schneiden. Die Pilze putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen, fein hacken und in wenig Olivenöl goldgelb braten. Die Paprika- und Zwiebelwürfel zugeben und ca. 5 Minuten scharf anbraten. Immer mal wieder etwas umrühren, damit das Gemüse nicht anbrennt. Die getrockneten Tomaten und Oliven ebenfalls fein schneiden und mit dem Polenta und dem Wasser zum Gemüse geben. Das Ganze auf kleiner Hitze langsam köcheln lassen, bis die Polentakörner aufgequollen, das Wasser aufgesogen und die Masse schön klebrig geworden ist. Eine ca. 20 x 30 cm grosse Auflaufform gut einfetten und die Polentamasse darin gleichmässig verteilen. Alles vorsichtig glattklopfen, damit die Masse keine Luftlöcher enthält und nach vollständigem auskühlen gut schneidbar ist.
 
Für den Erbsen-Dip die Zwiebel feinhacken und in wenig Olivenöl goldgelb braten. Die Erbsen zugeben und ca. 5 Minuten köcheln, bis die Erbsen heiss und weich sind. Die Erbsen mit dem Zitronensaft und der Minze in den Mixer geben und zu einem feinen Püree mixen. Den Erbsen-Minz-Dip mit Salz abschmecken.
 
 
Für den Kiwi-Tomaten-Dip die Cocktailtomaten waschen und in feine Würfel schneiden. Die Kiwi schälen und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel waschen und fein hacken. Alles in einer kleinen Schüssel mit dem Granatapfelsirup, Chiliflocken und Salz vermengen und abschmecken. 


Für den Orangen-Tahini-Dip die Orange schälen und mit dem Wasser, Tahin und der frischen Chili glatt mixen. Den Dip in eine kleine Schüssel füllen und mit Salz abschmecken.
 

Nun die vollständig abgekühlte Polentamasse mit einem Messer am Rand der Schüssel lösen und vorsichtig auf ein Brett stürzen. Die Polentaschnitte in gewünschte „Sticks“ schneiden und in wenig Olivenöl langsam knusprig braten.


Das fertige Ofengemüse mit den Polentasticks und den drei Dips auf einer grossen Platte anrichten und als leichten Partysnack oder erfüllende Mahlzeit geniessen.
 


Alles Liebe
 
Ida

Freitag, 20. April 2018

Spargelfarinata mit Bärlauch - die volle Kraft des Frühlings vereint

Heute wollte ich mich voll und ganz dem Spargel widmen. Spargeln gehören für mich genauso zum Frühling wie die ersten wärmeren Sonnenstrahlen auf meiner Haut, blühende Osterglocken und Löwenzahnblüten, eifrige Fahrradfahrer, Cappuccino oder Prosecco schlürfende Menschen in Strassenkaffees und zwitschernde Vögel. Ob es jetzt daran liegt, dass Spargeln schon seit der Jugend meiner Grosseltern als gesundes Entschlackungsgemüse gelobt wurden, sie super einfach und schnell zubereitet werden können oder sie sich in einem Gericht als wahrhaftiger Teamplayer, die ihren Wert kennen und sich trotzdem nicht über dominant zeigen, ich weiss es nicht. Das einzige was für mich zählt, es gibt den Spargel jeden Frühling aufs Neue und nach so einer langen Wartezeit, macht es mir besonders Spass, mich auf ihn einzulassen und mich mit ihm in der Küche auszutoben.
Wie gesagt gilt Spargel für mich nicht als Einzelkämpfer, sondern als ein Gemüse, dass sein volles Aroma und seine ganze Pracht im Beisein anderer Lebensmittel besonders entfalten kann. Für das heutige Gericht liess ich ihn Bekanntschaft mit dem Mehl der Kichererbse machen und als Unterstützung gesellte sich sein alter Freund und ebenfalls ein grosser Star des Frühlings der Bärlauch dazu. Nach einer warmen und intensiven Zusammenkunft im Ofen ergab sich eine Farinata di Ceci mit dem Hauptdarsteller, wer hätte es gedacht; Spargel!
 
 


Für die Tarte:
500 g feiner Spargel
200 g Kichererbsenmehl
375 ml Wasser
10 Bärlauchblätter
2 EL Olivenöl
½ TL Salz
Pfeffer nach Geschmack

Ausserdem:
Olivenöl zum Braten 



Den Ofen auf 180° vorheizen.

Die Spargeln waschen und die holzigen Enden abbrechen. Die präparierten Spargeln portionsweise in wenig Olivenöl ca. zwei Minuten scharf anbraten.

In einer Schüssel das Kichererbsenmehl mit dem Wasser, Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen.

Die Bärlauchblätter waschen, fein hacken und unter den Farinatateig mischen.

Den Boden der Backform mit Backpapier auslegen und danach mit Olivenöl bepinseln. Die Spargeln in der Backform verteilen und die Teigmischung darüber verteilen.

Die Farinata in den vorgeheizten Ofen schieben und 20 – 25 Minuten backen. Die fertige Farinata auskühlen lassen, aus der Form nehmen und in Stücke schneiden.
 
 
Die Farinata passt super zu einem leichten Salat, als Grillbeilage oder zu gebratenem oder gebackenem Gemüse.



Anmerkungen: Die Farinata könnt Ihr ganz leicht nach Eurem Geschmack abändern und würzen. Hier zwei weitere Vorschläge, wie ich die Farinata auch schon gebacken habe.
Falls Ihr nur dicke Spargeln habt, diese einfach der Länge nach halbieren.


Ich würde meinen, lasst den Frühling in Eure Küche eintreten, bevor der Sommer schon zu fest an die Tür klopft :)

Alles Liebe

Ida

Mittwoch, 18. April 2018

Herzhafte Tarte mit Artischocken-Tomaten-Blume (vegan und glutenfrei)

Die Mittelmeerküche ist einfach wunderbar! Es steckt so viel Leben und Aroma in ihr. Ich finde man spürt in jedem einzelnen Gericht das fröhliche Sprudeln der Menschen, die es zubereitet haben und die warme, intensive Sonne die die Zutaten beim Gedeihen unterstützt hat. Was mir besonders gefällt ist, dass die Mittelmeerbewohner ihr Gemüse richtig schätzen und es mit Stolz präsentieren und verkaufen. Das sieht man zum Beispiel daran, wie toll in italienischen Supermärkten oder auf griechischen Gemüsemärkten, das Gemüse und die Früchte aufgetürmt und feil geboten werden. Kein Wunder, sie haben ja ihre Auberginen und Paprikas auch lange gehegt und gepflegt, bis sie sie dann schliesslich in voller Reife ernten konnten. So eine lange «Freundschaft» verbindet und muss auch dementsprechend gewürdigt und zum Abschluss gebracht werden. Diese Ehre, die den Gemüsen entgegengebracht wurde, möchte ich gerne weiterführen und liebe es daher, meine Gerichte schön anzurichten und die Zutaten in Szene zu setzen. So macht es dann auch beim Essen doppelte Freude! Besonders beim Backen kann man mit dem Gemüse oder den Früchten schöne Muster und Formen zaubern. Mein heutiges Prachtstück namens herzhafte Tarte habe ich mit einer Blume aus kleinen Artischocken und wunderschön geformten Tomaten geschmückt. Die Tarte passt super als Grillbeilage, als Eyecatcher beim Sonntagsbrunch, zu Salat oder natürlich einfach so. Ausserdem ist sie glutenfrei unglaublich sättigend und ruckzuck und ohne grossen Aufwand zubereitet!
Rezept für eine Tarte (26 cm Ø)

Für die Tarte
140 g Maismehl oder Hafermehl (glutenfrei)
225 g mittelgrobe Polenta
2 Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehenr
2 EL Olivenöl
10 g Backpulver
1 ½  TL Salz
1 TL Chiliflocken oder nach Geschmack
1 TL getrockneter Oregano
1 EL Tomatenmark

175 g Apfelmus (ungesüsst)
300 ml Wasser
1 EL Weissweinessig (vegan)

Für den Belag
3 kleine Artischocken
4 Tomaten
Olivenöl
grobes Meersalz
frischer Basilikum



Den Ofen auf 180° vorheizen.

In einer grossen Schüssel das Mais- oder Hafermehl, die Polenta, das Backpulver, die Gewürze und das Salz vermengen.

Die Tomaten waschen, halbieren, den Strunk entfernen und die Tomatenhälften in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen und in kleine Würfel schneiden. Alles mit den übrigen Zutaten für die Tarte zum Mehl mischen und zu einem glatten Teig rühren.

Den Boden einer Springform mit Backpapier belegen und den Rand mit Olivenöl einfetten.

Nun den Tarteteig in der Springform verteilen und die Tarte im vorgeheizten Ofen 10 Minuten backen.

Inzwischen die Tomaten für den Belag waschen und in Scheiben schneiden. Die Artischocken ebenfalls waschen und von den äusseren unschönen Blättern befreien. Falls die Spitzen sich sehr hart anfühlen, diese abschneiden, danach die Artischocken vierteln. Eine Schüssel mit Wasser und einigen Spritzern Zitronensaft füllen und dort die geschnittenen Artischocken kurz ziehen lassen.

Die vorgebackene Tarte aus dem Ofen nehmen und mit dem geschnittenen Gemüse belegen. Etwas grobes Meersalz drüberstreuen und alles mit Olivenöl bepinseln.

Die Tarte zurück in den Ofen geben und ca. 40 Minuten weiterbacken. Mit einem Zahnstocher überprüfen, ob die Tarte fertig ist.

Die fertig gebackene Tarte auskühlen lassen, in Stücke schneiden und mit frischem Basilikum anrichten.

Anmerkungen: Wer nicht auf Gluten verzichtet kann auch Dinkelmehl oder normales Vollkornmehl nehmen. Das Apfelmus gibt der Tarte eine fruchtig, erfrischende und leicht süsse Note. Wer das nicht so mag, kann als Alternative gekochte und pürierte Zucchini oder Süsskartoffel nehmen. 

Ich wünsche Euch einen sonnigen Genuss und lasst es Euch schmecken! 


Alles Liebe

Ida  

Sonntag, 15. April 2018

vegane Himbeertörtchen als süsse Wiedergutmachung


Der kürzeste Weg zu sich selbst führt einmal um die Welt und endet schlussendlich im eigenen Zuhause. So war es zumindest bei mir in der Zeit meiner Abwesenheit. Obwohl ich nicht wirklich um den Globus getrottet bin, hat es sich bei mir wie eine innerliche Weltreise – mit einem Auf und Ab der Gefühle – angefühlt. Mit jungen 25 Jahren dachte ich wirklich, dass ich mich gefunden und mein Leben gesettled hatte. Ich war so glücklich mit meinem ganzen Leben, mit meinem Blog, meinem Job, meinen Freunden und dem ganzen Drumherum. Doch plötzlich kitzelte etwas in mir, ich wollte eine Veränderung, irgendetwas Neues, ein Abenteuer, mehr Arbeiten, einen neuen Job oder einfach eine neue Herausforderung. Da ich nicht einmal genau wusste, was ich wollte, musste ich mich leiten lassen. Also begab ich mich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung und bin in eine andere Stadt gezogen, habe mir einen neuen Job gesucht und mein „neues“ Leben begonnen. Damit hatte ich alles, was ich mir in meinem vorherigen gesetzten Leben gewünscht hatte und hätte, wenn der Plan aufgegangen wäre, glücklicher sein sollen. Tatsächlich an diesem Punkt angelangt, wusste ich dann aber plötzlich ganz genau was ich wollte und was nicht. Mein „altes, langweiliges“ Leben, das war das Einzige, nach dem ich mich wirklich sehnte. Und dafür brauchte ich mich auf keine Suche zu begeben, ich habe es einfach im Innersten meiner Seele gespürt. Denn plötzlich konnte ich in mich hineinhören und habe so auf mich und nicht darauf gehört, was die Gesellschaft von mir erwartet oder was ich zumindest dachte, was die Gesellschaft von mir erwartet. Also habe ich mein ganzes Leben wieder umgekrempelt, bin wieder zurück zu meinem alten Job, zurück zu meiner grössten Leidenschaft dem Kochen, zurück zu mir selbst, zurück zum Knusperkabinett und zurück zu meiner inneren Zufriedenheit und zu meinem Glück. Denn eine Person wie ich, die Lebensmittel so sehr liebt und die meiste Zeit des Tages damit verbringt, über Essen nachzudenken, Essen zu sich zu nehmen, anzusehen oder darüber zu reden, muss einfach den Kochlöffel schwingen, um glücklich zu sein. Nichts erfüllt mich mehr, als den ganzen Tag in der Küche zu stehen, um schlussendlich am Abend meine Freunde und Familie mit einem herrlich duftenden Buffet zu verwöhnen.

Das Knusperkabinett ist aber noch viel mehr als meine Leidenschaft zum Essen, es seid Ihr, Eure lieben Kommentare, die Begeisterung für gutes Essen, die Ihr mit mir teilt, Eure und meine Bilder, die das fertige Essen zeigen und das Wichtigste – ein kleiner Beweis dafür, wie fantastisch die Gemüseküche doch ist!

 
 
Ich hoffe Ihr verzeiht mir mein „Fremdgehen“ und stempelt es wie ich und mein engstes Umfeld als etwas grössere Jugendsünde ab und feiert mit mir mein Comeback. Als kleine Wiedergutmachung und um gleichzeitig den Einzug des Frühlings zu feiern, gibt es ein einfaches und wundervolles Rezept für diese kleinen Prachtstücke namens Himbeertörtchen


Rezept ergibt 12 Törtchen
 

Für die Törtchenböden
1 rechteckiger Blätterteig (320 g)
Bohnen zum Blindbacken

 
Für die Vanillecrème
225 ml Sojamilch (oder andere Pflanzenmilch)
50 g Zucker
Mark einer Vanilleschote
20 g Maisstärke
150 g aufschlagbare Pflanzensahne
1 Päckchen Sahnesteif
 
200 g Himbeeren

 
Für die Glasur
80 g Himbeeren
80 ml Wasser
35 g Zucker

Ausserdem:
40 g schwarze Schokolade

 
Den Ofen auf 200° vorheizen.

Den Blätterteig in 12 gleichgrosse Quadrate schneiden und jeweils mit etwas Backpapier in den Muffinförmchen auslegen. Den Boden der Teigförmchen mit einer Gabel gleichmässig einstechen und danach die Bohnen zum Blindbacken auf die Förmchen verteilen. Die Törtchenböden im vorgeheizten Ofen ca. 25 – 30 Minuten goldbraun backen. Danach die Bohnen entfernen und die Böden auskühlen lassen.

Für die Vanillecrème die Sojamilch mit dem Zucker, der Stärke und dem Mark der Vanilleschote in eine Pfanne geben und langsam heiss werden lassen. Unter stetem Rühren die Vanillecrème eindicken lassen. Sobald sie eine crèmeartige Konsistenz bekommen hat vom Herd nehmen und weiter rühren, bis sie leicht ausgekühlt ist. Dies ist wichtig, damit keine Klümpchen entstehen.

Nun die Sahne mit Sahnesteif aufschlagen. Die steife Sahne unter die ausgekühlte Vanillecrème mischen und im Kühlschrank kalt stellen.

Die Schokolade in einer kleinen Schüssel im Wasserbad schmelzen. Die geschmolzene Schokolade mit einem kleinen Löffel auf die einzelnen Törtchenböden verteilen und kurz fest werden lassen.

Für die Glasur 80 g Himbeeren durch ein feinmaschiges Sieb in eine kleine Pfanne drücken (um die Kerne zu entfernen) und dann mit dem Wasser und Zucker aufkochen und solange kochen lassen, bis die Flüssigkeit eingedickt und ein etwas festerer Sirup entstanden ist. Dauert ca. 10 – 15 Minuten.

Jetzt die Vanillecrème in einen Spritzbeutel füllen und in die Törtchenböden füllen. Die Himbeeren darauf drapieren und die ausgekühlte Glasur darüber träufeln.



Die Himbeertörtchen am besten schön gekühlt als erfrischendes Dessert geniessen.

 
Alles Liebe
 
Ida

Montag, 2. November 2015

vegane Traubentarte mit glutenfreiem Mürbeteig und fruchtiger Birnencrème

Normalerweise treibt der Herbst ja das Laub in die Lüfte, aber bei mir hat er heute die Trauben tanzen lassen :D Nachdem ich einen knusprigen glutenfreien Boden aus aromatischen Haferflocken und Haselnüssen gebacken und die hauchzarte Decke aus Kaiser-Alexander-Birnen darüber gelegt hatte, purzelten die Kerlchen freudig auf die Tarte! Aber ganz ehrlich, diesem Bett hätte ich auch nicht widerstehen können. Der Teig der Tarte schmeckt wunderbar intensiv und präsentiert sich in einem herbstlichwarmen Goldton. Er stellt das rustikale Gegenstück zur feingesponnenen hellen Creme dar. Diese besteht nämlich nur aus Birnen und Cashewnüssen und punktet so mit ihrer Leichtigkeit und Anmut. Die milde Süsse aus den Früchten macht ihrem Ruf alle Ehre und zeigt einem wieder mal, dass man problemlos ohne den gewöhnlichen weissen Zucker geniessen kann ;) Ich hätte den Trauben noch ewig lange bei ihrem Schläfchen zuschauen können, so schön waren sie anzusehen! Doch als ich schliesslich von meiner Tarte kostete, war ich es, die ins Land der Träume entführt wurde…  

Rezept ergibt eine kleine Tarte (13 cm Ø)

Für den Boden
100 g Haferflocken (glutenfrei)
50 g gemahlene Haselnüsse
50 g Vollrohrzucker
20 g Kokosöl
½ TL Backpulver
2 ½ EL Wasser

Für die Birnencrème
275 g Kaiser Alexander Birnen (geschält und geschnitten)
100 g Cashewnüsse
1 Spritzer Zitronensaft

Ausserdem:
Kokosöl zum Einfetten der Form
Ca. 250 g Trauben (farbig)

Den Ofen auf 180° vorheizen.

Die Haferflocken gemeinsam mit den gemahlenen Haselnüssen im Mixer zu feinem Mehl mahlen. Das Mehl in eine Schüssel füllen und mit dem Vollrohrzucker, Kokosöl, Backpulver und dem Wasser vermengen. Alles gut kneten, damit ein homogener Teig entsteht.

Den Boden einer kleinen Tarteform (10 cm Ø) Backpapier auslegen und den Rand mit Kokosöl einfetten.

Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie zu einem ca. 13 cm Ø Kreis ausrollen und dann vorsichtig in die Form legen. Falls der Teig etwas auseinanderfällt, macht das gar nichts, einfach den zerbröselten Teig gut in die Form drücken. Den Tarteboden im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen. Den fertig gebackenen Boden auskühlen lassen und dann aus der Form auf einen grossen Teller legen.

Inzwischen die geschnittenen Birnen gemeinsam mit den Cashewnüssen und dem Spritzer Zitronensaft im Mixer zu einer glatten Crème pürieren. Die Crème auf dem ausgekühlten Boden verteilen.
Die Trauben waschen, halbieren und entkernen. Die halbierten Trauben auf der Tarte drapieren. Die fertige Tarte mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden und auf kleinen Tellern anrichten.


Gönnt Euch doch auch mal ein Päuschen und probiert diese Köstlichkeit ;)


Alles Liebe Ida

Montag, 26. Oktober 2015

Selbstgemachter Feigensenf

Im Herbst erwacht in mir immer mein Sammelinstinkt! Jedes Mal wenn ich einkaufen gehe, würde ich am liebsten gleich alles mitnehmen, was mein Herz nur ansatzweise erwärmt! Egal ob es Dekoartikel, Kleider oder Lebensmittel sind... Der Herbst macht mich regelrecht gierig! So ging es mir auch diese Woche als ich mir auf dem Markt ein gutes Kilo Feigen geben liess. Die Marktfrau fragte mich noch, ob das nicht etwas viel sei, sie wäre nächste Woche wieder da. Doch ich war mir meiner Sache sicher, die Feigen hatten diese wunderschön  leuchtend violette Farbe; ich musste sie einfach mitnehmen. Für meine Herbsttarte benötigte ich jedoch nur drei Feigen und so stand ich schliesslich mit gut einem Dutzend Feigen, die unbedingt verwendet werden mussten. Denn Feigen werden bekanntlich sehr schnell zu weich und somit  verlieren sie nicht nur ihr schönes Äusseres sondern auch  ihren guten Geschmack. Keine Frage, ich hätte die Feigen auch einfach so, als Salatbeilage, oder für ein Müsli verwenden können. Doch das war mir definitiv zu wenig. Ich wollte die Feigen nicht nur so nebenbei geniessen sondern diese Frucht der Verführung richtig anerkennen. Plötzlich hatte ich die springende Idee: Feigensenf! Das wars, denn so habe ich wirklich lange etwas von ihnen und bei jedem genüsslichen Löffel dieses süsslich scharfen Senfs, werden die Feigen von neuem geehrt. Den Feigensenf herzustellen, ging unglaublich schnell und einfach – sogar so schnell, dass ich froh bin, mich nicht von der Verkäuferin überzeugen zu lassen habe. Nein, ehrlich gesagt, bereue ich es schon fast ein bisschen, dass mein Sammelinstinkt nicht stärker durchgeschlagen hat! :)


Rezept ergibt 2 Gläser Feigensenf

650 g frische Feigen
150 g Vollrohrzucker
70 g Weissweinessig (vegan)
3 EL gemahlene gelbe Senfkörner
8 EL Wasser
1 EL gelbe Senfkörner



Die Feigen waschen, halbieren und im Mixer zu einem feinen Püree mixen.

In einem grossen Topf den Vollrohrzucker mit dem Weissweinessig aufkochen und köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nun das Feigenmus zugeben und das Ganze ca. 10 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen.

Das Senfmehl in einer kleinen Schüssel mit dem Wasser mischen und mit den Senfkörnern zum kochenden Feigenmus geben. Das Ganze für weitere 10 Minuten köcheln lassen.

Den fertig gekochten Feigensenf noch heiss in sterilisierte Gläser füllen.

Anmerkungen: Der Feigensenf kann sobald er abgekühlt ist verzehrt werden, schmeckt aber nach einer Woche noch besser, da sein Aroma intensiviert wird. Der Feigensenf ist ungeöffnet einige Monate im Kühlschrank haltbar.
Der Senf kann als Brotaufstrich, für Marinaden, als Sauce für Gemüse und Reis oder als Dip verwendet werden.


Ab jetzt die Tofuwurst immer mit viel Feigensenf geniessen! :P

Alles Liebe Ida
 

Montag, 19. Oktober 2015

Quisir - Kisir aus Quinoa mit Datteln - glutenfrei und vegan

Kisir hat in unserer Familie Tradition. Doch diese Küchenkreation habe für einmal „leider“ nicht ich – sondern meine grosse Schwester Anabel – in die Familie gebracht. Wenn Anabel zu einer Party eingeladen wird oder eine Party schmeisst, dann riecht die Küche ganz schnell nach Paprika, gebratenen Zwiebeln, Granatapfelsirup, frischer Minze und Petersilie. Anabel ist in ihrem ganzen Freundeskreis und bei der ganzen Familie berühmt für ihren erfrischenden und herrlich duftenden Kisir. Den Kisir bereitet sie immer in einer grossen Schüssel zu, die sie jedes Mal von neuem stolz in die Mitte des Tisches stellt, bevor sie sich dann genüsslich nach hinten lehnt und dabei zuschaut, wie sich alle voller Freude über ihren Kisir hermachen. Zurecht, denn diese türkische Köstlichkeit ist wirklich ein Feuerwerk der Geschmäcker. Die frische Minze harmoniert wunderbar mit dem süsssäuerlichen Granatapfelsirup, der leichten Schärfe der Frühlingszwiebel, den saftigen Tomaten, dem einzigartigen Geschmack des süssen und scharfen Paprikamarks, den gebratenen Zwiebeln und dem lieblichen Olivenöl. Die intensiven Düfte dieser Zutaten werden förmlich vom Bulgur aufgesogen und einmal  vereint entsteht dieses Prachtexemplar eines Salates. In meiner Abwandlung des traditionellen Rezepts, bin ich der Linie meiner Schwester treu geblieben. Meine einzige Veränderung: Ich habe statt Bulgur Quinoa verwendet, so ist der Salat weizen- und glutenfrei und für Euch alle zu geniessen. Ausserdem habe ich noch einige Datteln unter den Kisir gemischt, das dem Ganzen, wie ich finde, noch eine zusätzliche Note verleiht und die sowieso schon extravaganten Geschmäcker noch mehr hervorhebt.



Rezept für zwei Personen

Für den Quisir
150 g Quinoa
1 Zwiebel
1 TL Olivenöl
2 EL scharfes Paprikamark (Aci Biber)
2 EL süsses Paprikamark (Datli Biber)
200 ml Wasser

Ausserdem:
1 Frühlingszwiebel
1 Tomate
30 g glatte Petersilie
1 Handvoll Minze
1 Handvoll Datteln
2 EL Zitronensaft
2 EL Granatapfelsirup
2 TL Olivenöl
2 TL getrocknete Minze
Salz
Chiliflocken nach Geschmack


Die Quinoa in reichlich Salzwasser garen, bis sie noch etwas mehr Biss hat, als ihr sie üblich essen würdet.

Inzwischen die Zwiebel schälen und fein hacken. In einer beschichteten Bratpfanne das Olivenöl heiss werden lassen und darin die gehackte Zwiebel glasig braten. Danach das scharfe und süsse Paprikamark zugeben und kurz mitbraten. Das Ganze mit dem Wasser ablöschen und kurz köcheln lassen, bis sich alles verbunden hat. Jetzt nochmals alles richtig aufkochen lassen.

Die noch warme Quinoa in eine feuerfeste Schüssel füllen und die heisse Sauce darüber giessen. Die Schüssel schnell mit Klarsichtfolie abdecken, sodass keine Luft entweichen kann. Die Klarsichtfolie erst entfernen, wenn alles vollständig abgekühlt ist.

Jetzt die Frühlingszwiebel und Tomate waschen und fein schneiden. Die Petersilie und Minze ebenfalls waschen und fein hacken. Die Datteln entkernen und in Ringe schneiden.

Das geschnittene Gemüse, die Kräuter und die Datteln unter den Quisir mischen und alles nur noch mit dem Zitronensaft, Granatapfelsirup, Olivenöl, der getrockneten Minze und etwas Salz abschmecken. Den Kisir nach Geschmack mit Chiliflocken garnieren.
Den Quisir in kleinen Salatschalen anrichten und geniessen.


Ich wünsche Euch ein Feuerwerk der Geschmäcker und viel Genuss!


Alles Liebe Ida
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